SALZBURG MUSEUM
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Ein archäologischer Jahrhundertfund im Salzburg Museum

Zum 100. Jubiläum des Salzburger Museumsvereins gelang der Erwerb eines archäologischen Jahrhundertfundes. Ein einzigartiger spätkeltischer Hortfund aus Goldschmuck und Silbermünzen wurde von Archäologen des Bundesdenkmalamts geborgen und gelangt nun durch den Salzburger Museumsverein in die Sammlung des Salzburg Museum. 

Der Hortfund von Neumarkt am Wallersee kann schon jetzt als eine hochkarätige Bereicherung des spätkeltischen Kulturerbes in Österreich mit europäischer Ausstrahlung gelten. Neben seiner herausragenden Qualität eröffnet der Fund insbesondere durch die genaue Dokumentation seiner Entdeckung und Bergung wertvollste Forschungsgrundlagen für die Kultur der späten Eisenzeit. 

Nach intensiven Verhandlungen ist es durch den Einsatz des Salzburger Museumsvereins nunmehr gelungen, den Hortfund für das Salzburg Museum zu erwerben. In der ältesten und umfangreichsten Sammlung zur Kunst- und Kulturgeschichte Salzburgs stellt der Hortfund von Neumarkt am Wallersee eine einzigartige Ergänzung des archäologischen Bestandes auf Augenhöhe mit dem Helm vom Pass Lueg und der Schnabelkanne vom Dürrnberg dar. 

   

Historischer Hintergrund
Der Schatzfund ähnelt europaweit bekannten Deponierungen goldener Schmuckstücke mit Silber- oder Goldmünzen aus den letzten Jahrhunderten vor Christus. Im ostkeltischen Mitteleuropa sind sie jedoch noch seltener als im Gebiet des ehemaligen Gallien und auf den britischen Inseln. 
Zusammensetzung, Herkunft und Erhaltung des Depots sowie die exakt dokumentierte und archäologisch verifizierte Befundsituation sind nicht nur im Bundesland Salzburg, sondern in ganz Österreich und darüber hinaus einzigartig. 

Die Herstellung der Objekte ist um die Mitte des 1. Jahrhunderts v. Chr. anzusiedeln. Ihre Deponierung dürfte nur wenige Jahrzehnte später stattgefunden haben. Der Grund hierfür ist vorerst unbekannt. Jedoch gilt das 1. Jahrhundert v. Chr. als Zeit wirtschaftlicher, sozialer und politischer Krisen. Vielleicht handelt es sich daher um einen unter drohender Gefahr in Zeitnot wenig sorgfältig verborgenen Schatz. Möglicherweise führten aber auch kultische Motive wie eine Opfergabe zur Vergrabung im Boden. Zweifellos gehörten die 28 Großsilbermünzen sowie der prunkvolle Goldschmuck einer hochrangigen Person. Die boiischen Münzprägungen weisen in das Gebiet des heutigen Tschechien und der Slowakei. Archäologische und archäometrische Analysen sollen nun helfen, die offenen Fragen zur Herkunft der Objekte, den Motiven und Umständen ihrer Verbergung sowie der spätkeltischen Geschichte in der Region Salzburg zu klären. 


Öffentliche Präsentation 
Anlässlich seiner erstmaligen Vorstellung im Rahmen der Pressekonferenz am 17. Jänner 2023 wird der Hortfund von Neumarkt am Wallersee bis einschließlich 24. Jänner 2023 in der Ausstellung „Salzburg einzigartig“ präsentiert. Am Sonntag, 22. Jänner 2023, finden jeweils um 10 und um 14 Uhr Sonderführungen zum neuen Highlight im Salzburg Museum statt. 
   
Die Teilnahme an den Führungen ist kostenlos.
Teilnehmerzahl begrenzt, Anmeldung unter kunstvermittlung@salzburgmuseum.at oder +43 662 620 808-723 erforderlich.
    
   

BILDERGALERIE

Der Hortfund von Neumarkt am Wallersee, © Salzburg Museum
Der Hortfund von Neumarkt am Wallersee, © Salzburg Museum
Der geborgene Goldschmuck, © Salzburg Museum
Der geborgene Goldschmuck, © Salzburg Museum
Die 28 boiischen Tetradrachmen, Silber, © Salzburg Museum
Die 28 boiischen Tetradrachmen, Silber, © Salzburg Museum
Torques (Halsreif), tordiert mit keilförmigen Enden, Gold, © Salzburg Museum
Torques (Halsreif), tordiert mit keilförmigen Enden, Gold, © Salzburg Museum
Goldring mit Granulation, © Salzburg Museum
Goldring mit Granulation, © Salzburg Museum
Armreif, Gold, © Salzburg Museum
Armreif, Gold, © Salzburg Museum
Tetradrachme, Silber, © Salzburg Museum
Tetradrachme, Silber, © Salzburg Museum
 


    
   
   
    

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